Europas Raumfahrtbehörde zieht sich aus Russlands bevorstehenden Mondmissionen zurück

Die Europäische Weltraumorganisation wird nicht an Russlands bevorstehenden Luna-Missionen zum Mond teilnehmen, da die russischen Sanktionen und die anhaltende Invasion der Ukraine die Zusammenarbeit unmöglich gemacht haben. Die drei Luna-Missionen, von denen die erste im September starten soll, umfassen neben anderen wissenschaftlichen und technologischen Nutzlasten zwei Mondlander, einen Mondpolarorbiter, eine Navigationsdemo, eine Mondbohrmaschine und ein Spektrometer.

Der Krieg in der Ukraine hat die ESA gezwungen, alle ihre Kooperationen mit der russischen Weltraumagentur Roskosmos zu überprüfen. Der ExoMars Rosalind Franklin Rover sollte später in diesem Jahr zum Mars starten, aber da Roscosmos sowohl die Rakete für den Start als auch die Plattform für die Landung bereitstellen sollte, passiert das nicht mehr. Der Rover ist jetzt im Lager verstaut, während die ESA mit Hilfe von Thales Alenia Space aus Italien den besten Weg für die weitere Entwicklung bewertet. Eine Wiederaufnahme der ExoMars-Mission wird wahrscheinlich nicht so bald stattfinden, da die ESA die russische Kazachok-Lander- und Abstiegsstufe ersetzen muss – nicht die Art von Dingen, die plötzlich über Nacht auftauchen, im Gegensatz zu beispielsweise einer Rakete.

Ein Hauptziel der Teilnahme der ESA am Luna-Programm war es, das kommende Pilotennavigationssystem zu testen. Das System wird Bilder der Mondoberfläche ähnlich wie Gesichtserkennungssoftware verarbeiten. Ausgestattet mit PILOT würde ein zukünftiger Lander das System verwenden, um Landmarken wie Krater und Felsbrocken zu erkennen und zu vermeiden, indem er sie mit Landmarken abgleicht, die in seiner Datenbank gespeichert sind. Die Technologie sollte im Laufe der drei Missionen iterativ weiterentwickelt werden, wobei die PILOT-D-Kamera der ESA während der Landung von Luna-25 Daten sammeln und eine vollwertige Version während Luna-27 getestet werden sollte.

Die ESA plante auch, ihr PROSPECT Lunar Drill- und Volatile Analysis-Paket während Luna-27 einzusetzen. PROSPECT steht für Package for Resource Observation and in-Situ Prospecting for Exploration, Commercial exploitation and Transportation und wurde entwickelt, um Eisstücke unter der Mondoberfläche zu sammeln und ein Bordlabor namens ProSPA zur Analyse der Proben zu verwenden. Die russischen Luna-Rover sollen in der Nähe des Mondsüdpols landen und mögliche flüchtige Stoffe und Mineralien untersuchen. In ihrer Erklärung sagte die ESA, dass „Wissenschaft und Technologie für diese Missionen nach wie vor von entscheidender Bedeutung sind“ und dass sie nach Wegen sucht, um diese Projekte voranzutreiben. Zu diesem Zweck hat die Weltraumbehörde bereits einen Flug für PROSPECT an Bord einer von der NASA geleiteten kommerziellen Mission für Mondnutzlastdienste gesichert, obwohl kein Datum angegeben wurde. Die ESA treibt auch einen Test von PILOT-D voran und sagt, dass ein Flug von einem noch zu benennenden kommerziellen Anbieter beschafft wird. Die ESA hat auch eine Vereinbarung mit JAXA getroffen, wonach die japanische Weltraumbehörde das Exosphären-Massenspektrometer der ESA für die Fahrt auf LUPEX, einer gemeinsamen Mondmission von JAXA und der indischen Weltraumbehörde ISRO, mitbringen wird. Das Spektrometer sollte 2025 mit Luna-27 starten.

Trotzdem muss die ESA noch eine Strategie für die Entwicklung ihres Pilotsystems entwickeln. Die Agentur sagt, dass sie Präzisionslandungs- und Gefahrenvermeidungstechnologie für den vorgeschlagenen europäischen großen logistischen Lander (EL3) benötigen wird

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